Zwischen 2020 und dem 1. April 2021 hat Dänemark die Aufenthaltstitel von 380 Syrer_innen widerrufen oder nicht verlängert und erklärt, Damaskus und die Rif-Region seien wieder „sicher“. Viele der Geflüchteten warten aktuell noch auf eine endgültige Entscheidung in ihren Berufungsverfahren, doch bei 39 ist die Entscheidung bereits gefallen: Ihnen droht die Abschiebung nach Syrien. Amnesty International ist der Ansicht, dass jede Rückführung nach Syrien gegen das völkerrechtliche Non-Refoulement-Prinzip verstoßen würde, da Staaten niemanden in ein Land abschieben dürfen, in dem dieser Person schwere Menschenrechtsverletzungen drohen.
Sie haben sicherlich Fragen zur GEAS-Reform und zum neuen europäischen Recht, das ab Ende nächster Woche gelten wird? Fragen Sie doch einfach, nämlich beim neuen gemeinsamen Projekt von Equal Rights Beyond Borders, HRRF und der (deutschen) ELENA-Koordination!
Mit dem 12. Juni 2026 kommt die GEAS-Reform in der Rechtsanwendungspraxis an: Zahlreiche neue Rechtsvorschriften und eine ungewohnte „Verzahnung“ von europäischem und deutschem Recht werfen spätestens dann Fragen auf wie: Was genau gilt jetzt schon oder noch nicht? Wie wird europäisches Recht eigentlich ausgelegt? Wie sind die neuen Normen und Begriffe zu verstehen, greifen die Regelungen ineinander? Wo bestehen Handlungsoptionen und gibt es Spielräume für eine grund- und menschenrechtskonforme Auslegung? Worauf sollte man achten und was vermeiden?
Die deutsche und europäische Rechtsprechung werden solche Fragen beantworten, irgendwann, aber wer will und kann so lange warten? Die Praxis braucht schnell erste Antworten, die zumindest eine Orientierung und Richtung vorgeben. Damit es solche schnellen ersten Antworten gibt, haben Equal Rights Beyond Borders, HRRF und die ELENA-Koordination ein gemeinsames Projekt ins Leben gerufen: Unter https://wiki.equal-rights.org/s/geas-faqs ist ab sofort eine Sammlung von Fragen und Antworten zur GEAS-Reform online, die kontinuierlich ergänzt wird. Mit einem Formular können außerdem direkt auf der Seite weitere Fragen gestellt werden.
Je mehr Menschen von dem Projekt erfahren und je mehr Fragen gestellt werden, desto besser funktioniert es. Teilt diese Info und den Link zur FAQ-Seite darum gerne breit in Euren Netzwerken und Verteilern, und: Stellt Fragen!
Memorandum für einen starken Flüchtlingsschutz
Mehr als 275 Organisationen rufen zum Umdenken im Flüchtlingsschutz auf: Es geht auch anders! Zum Weltflüchtlingstag 2026 stellt sich ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis aus Wohlfahrt, Menschenrechtsarbeit, Kirchen und Zivilgesellschaft unter dem Motto „Es geht auch anders! Gemeinsam für Schutz und Zusammenhalt“ gegen die Entrechtung von schutzsuchenden Menschen. 75 Jahre nach Verabschiedung der Genfer Flüchtlingskonvention formulieren sie in einem Memorandum eine Zukunftsvision für einen starken Flüchtlingsschutz, von dem alle profitieren.
Das heute veröffentlichte Memorandum „Es geht auch anders! Gemeinsam für Schutz und Zusammenhalt“ wird von Amnesty International, AWO Bundesverband, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband, Diakonie Deutschland, Handicap International und PRO ASYL herausgegeben und von 275 Organisationen, darunter 68 Bundesorganisationen inklusive der Evangelischen Kirche Deutschland, mitgetragen.
Weltflüchtlingsbericht – Global Trends 2025
GENF, 11. Juni 2026
Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Barham Salih, hat heute den jährlichen Weltflüchtlingsbericht „Global Trends“ vorgestellt. Der Bericht zeigt, dass die Zahl der Vertriebenen weltweit erstmals seit zehn Jahren zurückgegangen ist, jedoch weiterhin auf einem sehr hohen Niveau bleibt.
Im Jahr 2025 flohen 5,4 Millionen Menschen vor Gewalt und Verfolgung in andere Länder. Gleichzeitig nahm die Zahl der Rückkehrer zu: 14,7 Millionen Vertriebene kehrten in ihre Herkunftsregionen oder -länder zurück, darunter 4,4 Millionen Flüchtlinge und 10,3 Millionen Binnenvertriebene.
Besonders viele Rückkehrer zählten Afghanistan, Syrien und einige Regionen des Sudan, wobei es sich sowohl um zurückkehrende Flüchtlinge als auch um Binnenvertriebene handelte.
Damit erreichte die Rückkehr weltweit den zweithöchsten Stand seit Beginn der Datenerhebung vor 60 Jahren, – allerdings kehrten viele Menschen unter Druck und unter schwierigen Bedingungen zurück.
Die Zahl der Flüchtlinge sank weltweit 2025 um drei Prozent auf 41,6 Millionen Menschen. Zudem erhielten fast 46.000 Staatenlose in 24 Ländern im vergangenen Jahr eine Staatsangehörigkeit.
Langfristige Perspektiven für Flüchtlinge schaffen
Insgesamt leben 70 Prozent aller Flüchtlinge weltweit seit Jahren im Exil und viele unterhalb der Armutsgrenze. Deshalb rief UNHCR-Chef Salih die internationale Gemeinschaft zur Unterstützung einer neuen Initiative auf, die eine Perspektive für Millionen Menschen bieten soll, die bisher durch humanitäre Hilfe überleben.
„Für Flüchtlinge geht es zunächst ums Überleben, aber die Flucht bestimmt zu oft dauerhaft ihre Lebensrealität“, sagte Salih. „Humanitäre Hilfe rettet Leben, aber ermöglicht es den Menschen nicht, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten. Wir brauchen einen grundlegenden Wandel, um Menschen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen, Hoffnung und Chancen zu bieten.“
Salih kündigte ein klares, messbares Ziel an: Innerhalb des nächsten Jahrzehnts soll die Zahl jener Flüchtlinge, die seit vielen Jahren vertrieben sind und auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, um mehr als die Hälfte sinken.
Der Fokus liegt hierbei auf Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, die weltweit die meisten Flüchtlinge aufnehmen. Erreicht werden soll dies durch mehr Möglichkeiten zur freiwilligen Rückkehr, Aufnahmeprogramme, humanitäre Visa sowie durch den Übergang von reiner Nothilfe zu wirtschaftlicher Eigenständigkeit.
Zum symbolträchtigen 75. Jubiläum der Genfer Flüchtlingskonvention wendet sich die Initiative an Regierungen, Hilfsorganisationen, den Privatsektor und die Zivilgesellschaft. Gemeinsam sollen sie Flüchtlinge stärken und das Recht auf Asyl und den Flüchtlingsschutz aufrechterhalten.
Ziel ist es, dass Flüchtlinge ein Einkommen über der Armutsgrenze ihres Aufnahmelandes erzielen können.
Freiwillige Rückkehr soll dabei eine wichtige Lösung sein. Die Beendigung einiger der weltweit größten Konflikte würde Millionen Menschen eine sichere und würdevolle Rückkehr ermöglichen.
Zentral ist zudem die stärkere Einbindung von Flüchtlingen in nationale Systeme – etwa in Bildung, Gesundheitsversorgung, Finanzdienstleistungen und Arbeitsmärkte. Dafür sind deutlich höhere Investitionen erforderlich, insbesondere in Aufnahmeländern mit stark begrenzten Ressourcen.
Zugleich sei die Unterstützung anderer Staaten notwendig, etwa durch Resettlement – also die Aufnahme besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge aus einem Erstaufnahmeland –, verstärkte Familienzusammenführung sowie Zugang zu Arbeitsvisa und Stipendien für Flüchtlinge. Die Lücke zwischen Bedarf und verfügbaren Angeboten ist hier gewachsen: 2025 halbierten sich die Ankünfte durch Resettlement und andere Aufnahmeprogramme auf 81.800 weltweit.
„Asyl und Flüchtlingsschutz retten Leben und dürfen nicht zur Debatte stehen“, sagte Salih. „Wir können eine Zukunft nicht akzeptieren, in der Millionen Menschen über Jahre oder Jahrzehnte ohne echte Perspektive bleiben. Wir haben ein ambitioniertes und erreichbares Ziel, damit Flüchtlinge wirtschaftlich unabhängig werden und ihr Leben nachhaltig verbessern können.“
Danke für die vielen Wollspenden an unserem Wollsammeltag im März!
Nun stricken wir das nächste halbe Jahr für die Menschen in Afghanistan.
Du möchtest uns dabei unterstützen? Wir treffen und jeden Mittwoch zwischen 14 und 16 Uhr im Aachener Welthaus (An der Schanz 1, 52064 Aachen). Kontakt: Ingeborg Heck-Böckler <i.heck-boeckler@amnesty-aachen.de>
Der nächste Wollsammeltag findet am 10. September 2026, wieder von 10 bis 12 Uhr in der Aachener Citykirche statt.
Solidarität mit geflüchteten Menschen
Neu geschaffener Herbert-Kaefer-Preis würdigt Engagement für Geflüchtete und globale Gerechtigkeit: Preisträger sind die Flüchtlingshilfe Krefeld und der Jazzgitarrist Sasan Azodi: Herzliche Glückwünsche!
Die Flüchtlingshilfe Krefeld e.V. und Sasan Azodi sind die ersten Preisträger.
Mut zur Solidarität mit geflüchteten Menschen: Dazu möchte der neue „Herbert-Kaefer-Preis für Solidarität mit geflüchteten Menschen und für globale Gerechtigkeit“ beitragen. Der Preis wird in diesem Jahr zum ersten Mal von der Katholische Kirche im Bistum Aachen in Kooperation mit dem Verein Refugio e.V., dem Café Zuflucht, Amnesty International, dem Diözesanrat der Katholik*innen im Bistum Aachen, dem Ökumenischen Netzwerk Asyl in der Kirche in NRW e.V. ,dem Evangelischen Kirchenkreis und dem Aachener Netzwerk für humanitäre Hilfe und interkulturelle Friedensarbeit e.V. verliehen.
Herzliche Einladung zur Preisverleihung. Wegen der begrenzten Platzzahl bitten wir um Anmeldung. Weitere Informationen auf dem Flyer.
Unsere Konzertlesung zum Iran- Rückblick
Zum Tag gegen die Todesstrafe, Cities für Life (30.11.) und dem Tag der Menschenrechte (10. Dezember) erinnern wir noch einmal an unsere Veranstaltung in der Akademie des Bistums in Aachen.
Da es bei dieser Konzertlesung um den Iran ging, befassten wir uns natürlich auch mit dem Thema Todesstrafe.
Mariam Claren (HÁWAR.help) berichtete über die aktuelle Situation im Iran und Hilde Scheidt erzählte von dem Engagement in Aachen unter dem Motto FRAU.LEBEN.FREIHEIT. Martina Rester, Fatemeh Adeli und Sasan Azodi haben uns in einer berührenden Konzertlesung die Situation im Iran näher gebracht.
Danke an alle, die sich für das Thema Iran interessierte haben und zu unserer Veranstaltung gekommen sind.
Wir werden weiter zur Situation im Iran informieren und uns für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen.
Das kannst Du auch: https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/iran-verschwindenlassen-und-hinrichtungsgefahr-2025-09-26 Seit dem 24. Juni 2025 fehlt jede Spur von dem inhaftierten schwedisch-iranischen Wissenschaftler Ahmadreza Djalali. Er ist offenbar dem Verschwindenlassen zum Opfer gefallen. Dr. Djalali wurde 2017 in einem unfairen Verfahren zum Tode verurteilt. Es wird befürchtet, dass er nun im Geheimen exekutiert werden könnte, insbesondere da seiner Familie und Rechtsbeiständen keine Informationen über sein Schicksal und seinen Verbleib vorliegen.
Lesung zum Jahresende
Sie hat Tradition, unsere Konzertlesung zum Jahresende und ist unsere letzte Veranstaltung im Jahr.
Wir haben die politische Landschaft, die Musik und Literatur folgender Länder entdeckt – Belarus, El Salvador, Iran, Kuba, Südsudan und sind dabei Schriftsteller*nnen in ihren Texten begegnen, die allesamt jetzt gerade, hier in Deutschland im Exil leben. Wir blieben auf diese Weise auf uns vertrautem Gebiet. Es geht uns Alle etwas an, wenn hier oder irgendwo in der Welt entschieden wird, welche Texte geschrieben werden dürfen oder nicht oder ob Musik gespielt werden darf und welche.
Dank an Martina Rester, das Duo Amini und die Band Lateinamericanto, die diese Veranstaltung künstlerisch begleitet haben
Ein flammendes Plädoyer für die Menschenrechte
Ein kurzer Rückblick auf die Eupener Mahnwache zum Tag der Menschenrechte. Diese findet immer am Vorabend des Tags der Menschenrechte, also am 9. Dezember statt.
Die Kooperation mit Miteinander Teilen macht Spaß und macht es möglich mehr Menschen zu erreichen.
Einige Fotos von unserer letzten Aktion in diesem Jahr, bevor das Strickcafé der Save-me-Kampagne nun bis zum 7. Januar in die Winterpause geht.
In der Regel stricken wir für Flüchtlinge in Krisenregionen.
Aber weil wir deutlich machen möchten, dass in unserer Gesellschaft niemand hinten runder fallen darf und nicht eine benachteiligte Gruppe gegen eine andere ausgespielt werden darf, stricken wir den letzten Monat vor unsere Pause für Menschen in Not in Aachen und verteilen die Wollsachen bei der Weihnachtsfeier, die jedes Jahr in der Kirche St. Peter am Aachener Bushof organisiert wird.