Klimakrise verschärft Diskriminierung von Dalit-Frauen

Das Thema des Amnesty-Berichts „Left behind in the storm (Zurückgelassen im Sturm)“ steht tagesaktuell gerade nicht im Mittelpunkt der Weltnachrichten. Für die Betroffenen aber ist das Anliegen von größter Relevanz.
Die Reinigung von Sanitäranlagen erledigen in Bangladesch in der Regel Frauen aus der untersten sozialen Schicht, den Dalits. Wegen der anhaltenden Diskriminierung leiden sie in jüngster Zeit besonders stark unter den Folgen der weltweiten Klimakrise. Amnesty International hat die Situation von 22 Reinigungsfachkräften, darunter 20 Frauen, im Südwesten des südasiatischen Landes eingehend studiert. Ergebnis: Ausgerechnet diejenigen, die mit ihrer Arbeit einen großen Dienst für die Gesellschaft leisten, werden bei der Versorgung mit Trinkwasser und funktionierenden Toilettenanlagen von den Behörden einfach „vergessen“.
Erstellt wurde die Studie in den Distrikten Khulna und Satkhira. Hier sind die Menschen außer vom steigenden Meeresspiegel besonders von tropischen Wirbelstürmen betroffen. Sie haben an Zahl und Heftigkeit deutlich zugenommen.
Ein weiteres Problem der Dalits ist die Versorgung mit Wasser zum Trinken, Kochen und Reinigen. Weil ihre Siedlungen nicht ans allgemeine Netz angeschlossen sind, müssen die Bewohner*innen das Wasser entweder teuer kaufen oder täglich große Strecken zum nächsten Brunnen, der für sie verfügbar ist, zurücklegen. Diese Aufgabe erfüllen in der Regel Frauen, die damit zweifach – wegen ihres Geschlechts und auf Basis des Kastensystems – diskriminiert werden.
Jeba Habib und Bernhard Hertlein, Mitglieder der Themenkoordinationsgruppe zu Bangladesch von Amnesty International sind um den Jahreswechsel in Bangladesch gewesen. Von ihnen erhalten wir Informationen aus 1. Hand.
Herzliche Einladung zu dieser Kooperationsveranstaltung von Amnesty International, dem Eine Welt Forum Aachen e.V. und der vhs aachen bei freiem Eintritt.
Im Vordergrund ein Gewässer, dahinter schließt sich ein Gelände mit einfach gemauerten Hütten und Wellblechdächern an. Auf Wäscheleinen hängen verschiedene, bunte Wäschestücke zum trocknen.