Haymatloz – Exil in der Türkei

25.10. 2018

Haymatloz – Exil in der Türkei ‧ Dokumentarfilm 2016 ‧ 1h 35m
Filmveranstaltung in Kooperation bei der Katholischen Hochschulgemeinde, Pontstraße 72 in Aachen
19.00 bis 21.30 Uhr
mit anschließender Diskussion.

„Haymatloz“ im Nationalsozialismus: Ein Dokumentarfilm erinnert an die deutschen Flüchtlinge in der von Atatürk reformierten Türkei.
„Haymatloz“ hat Eren Önsöz ihren Dokumentarfilm genannt, der sich mit den Kindern der deutsch-jüdischen Intellektuellen beschäftigt, die in den Dreißigerjahren in die Türkei emigrierten. Gerufen von Mustafa Kemal Atatürk, der die Chance ergriff, die sich ihm ab 1933 bot: Erstklassige Wissenschaftler in die junge Republik zu holen. Es kamen Mediziner, Biologen, Chemiker, Physiker, Botaniker, Mathematiker, Ökonomen, Juristen, Architekten, Historiker, Romanisten und Germanisten, aber auch Journalisten, Bildhauer und Musiker. (Und politisch Verfolgte wie Ernst Reuter, der spätere Regierende Bürgermeister Berlins.) Insgesamt umfasste diese Exklave mehr als 1000 Spezialisten.
Önsöz’ Film spricht auch die Repressionen an, die im Staate Erdogans inzwischen Normalität geworden sind. Studenten erzählen, dass sie vor Gericht gezogen werden, weil sie sich für Meinungsfreiheit einsetzen, in der Uni tauchen immer mehr Studentinnen mit Kopftuch auf. Es sind die Symptome des Rollbacks. (Barbara Müller)