Afghanistan – (k)ein Frieden in Sicht? Der Schutzbedarf von afghanischen Asylsuchenden aus Sicht des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) sowie die Praxis in Deutschland

Jahr um Jahr verlängern sich die Versuche der westlichen Großmächte, mit militärischen Mitteln, wirtschaftlichen Hilfen und politischen Einflussnahmen in Afghanistan einen stabilen gesellschaft-lichen Frieden zu schaffen und zu stabilisieren. Aber noch immer ist das Land weit davon entfernt, der Mehrzahl seiner Bewohner Frieden, Sicherheit und zivile Entwicklungsperspektiven bieten zu können. Nach Auffassung von UNHCR bleibt die Sicherheitslage unvorhersehbar, und die Zivilisten in Afghanistan tragen weiterhin die Hauptlast des Konflikts. Daraus folgt, dass auch in absehbarer Zukunft viele Asylsuchende aus Afghanistan internationalen Schutz benötigen werden.
Im Rahmen dieser Länder-Informations-Veranstaltung wird Rebecca Einhoff von UNHCR die im April 2016 herausgegebenen Richtlinien zur Feststellung des internationalen Schutzbedarfs afghanischer Asylsuchender vorstellen und erläutern. Die Richtlinien wurden vor dem Hintergrund anhaltender Besorgnis in Bezug auf die Sicherheitslage in Teilen Afghanistans publiziert. Sie enthalten u.a. Hinweise auf die Kriterien zur Feststellung der Schutzberechtigung.
Ausführlich wird Rebecca Einhoff auch auf den für den deutschen Kontext besonders wichtigen Aspekt der Möglichkeit einer internen Schutzalternative in Afghanistan eingehen. Er verbindet sich mit der Idee der Gründung von Neuansiedlungsgebieten, die jedoch unter vollständiger Berücksichtigung der Sicherheits-, Menschenrechts- und humanitären Lage in jedem Einzelfall auf ihre Eignung zu prüfen wären.

Im Anschluss an den Vortrag von Rebecca Einhoff wird Wolfgang Grenz von Amnesty International die aktuelle Entscheidungspraxis des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge und der Verwaltungsgerichte in Asylverfahren von Schutzsuchenden aus Afghanistan darstellen.

Moderation: Dr. phil. Uwe Beyer

Diese Veranstaltung ist eine Kooperationsveranstaltung von Amnesty International, der Evangelischer Stadtakademie, den Katholikenräten AAchen-Stadt und Aachen-Land, dem Eine Welt Forum, dem Aachener Friedenspreis und der Stadt Aachen

Der Eintritt ist frei

Kontakt:
Ingeborg Heck-Böckler
E-Mail: i.heck-boeckler@amnesty-aachen.de